Sich selbst lesen.

*Vorwort: Der folgende Text ist eine kurze Assoziation, ein in Erinnerungen schwelgen. In 5 Minuten heruntergetippt, als ich ein Foto auf Instagram teilen wollte.

Spontan. raw. fließend. Eine Schwester überzeugte mich eindringlich davon den Text auch auf meinem Blog zu teilen. Diesen und einen anderen, den ich ebenfalls bald teilen werde.

Danke an dieser Stelle an diese wundervolle Sis ❤

eminönp

Die im türkischen gängige Frage “Weiß derjenige der viel reist mehr, oder jener der viel liest?” beantworte ich immer mit “beides!”Und beides formt(e) mich.

Beides macht mich zu der Person, die ich bin und nur weil ich der Veränderungen die beide in mir auslösten Zeugenschaft ablegen kann, kann ich beides nicht gegeneinander aufwiegen. Von Zeit zu Zeit überwiegt mal das eine, mal das andere. Und voller Aufregung sehe ich meiner Seele bei diesen Entwicklungen zu.

Schon morgen will ich besser sein als heute. Jeden Tag ein Stückchen mehr in Richtung “beste Version deines Selbst.”

Das ist der schönste Schukr den wir machen können. Die schönste Weise, um Statthalter auf dieser Erde zu sein. Naiv tapste ich manchmal durch diese Welt. “Hast du denn keine Angst? So als junge Frau?!””Darfst du das denn, als Muslimin? ” “Schickt sich das für eine Hijabi?” Mein größter Segen war es, fernab dieser Gedanken meine Welt im Herzen zu tragen. Sehr spät holten mich diese Sätze ein.

Und heute borge ich mir ein wenig von der Sorglosigkeit der Emine Anfang 20 und bleibe ihr treu. Fern von den Schubladen aus tausend Ecken. Denke daran, dass ich von Deutschland nach Marseille und zurück trampte.Von Marseille nach Cassis wanderte, um nach Schweiß stinkend an einem Schickimicki Marktplatz anzukommen. Das ich in den Bergen Artvins wanderte.Entlang von Bächern, Wasserfällen. Über den Wolken auf 3000m Höhe. Jede Nacht in einem anderen Dorf zeltete, Fremden vertraute in einer Zeit in der wir zu Misstrauen erzogen werden, was uns letztlich von unserer Fıtra entfremdet. In der Vertrautheit des Fremden blicken wir die Rahma Allahs.

Ich denke an den Osten der Türkei. Die Türen, die uns in Urfa geöffnet wurden. Die Vertrautheit in den neu betretenen Straßen Mardins. Wie ich für einen Tagestrip von Hopa nach Georgien trampte, und von Izmir nach Assos, um den Geschichten von LKW Fahrern zu lauschen.

Wie ich völlig unvorbereitet 2 Wochen alleine in Thailand umherreiste, in Indonesien meine Angst vor tiefem Gewässer überwand des Schnorchelns zu Liebe. Wie ich auf Bali lernte, das ich nicht Roller fahren kann. Wie ich im malaischen Borneo meinen Traum verwirklichend einem freilebenden Orang Utan begegnete. Während ich bis zu meinem 23.Lebensjahr kein einziges Land außer der Türkei kannte..und dort keine einzige Stadt außer Istanbul. Familienbesuche waren alles waren die Gründe aus Deutschland rauszukommen.

Mit Istanbul begannen meine Schritte in mein “Warum nicht?” Mit Istanbul begann ich das Ziel zu definieren, um dann den Weg zu beschreiten. Mir Wege zu schaffen, wenn keine zum Ziel zu führen schienen. Abzustreifen all die “als Frau? “, “mit Hijab? “, “mit so wenig Geld?”. Ich denke an diese 3 Euro Unterkunft auf Koh Tao mit dem nach Rost riechendem Duschwasser.

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3 thoughts on “Sich selbst lesen.

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