Kurze zwischenreflektion: Der Text und Ich.

Es ist schon merkwürdig. Schreiben ist für mich eine unglaubliche Aufopferung und alles was ich schreibe trägt so viel von mir in sich. Ich habe Freund*innen, die niemals einen persönlichen Blog führen würden. Weil das Schreiben aus ‚Ich‘ Perspektive, das reflektieren eigener Ansichten eine zu große Entblößung für sie bedeutet. Was würdest du sagen, wenn ich genau dasselbe beim Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten empfinde? Stilistisch schreibe ich in meinem Blog vielleicht anders als in einem wissenschaftlichen Artikel aber eigentlich lege ich bei beidem genauso viel von mir in den Text hinein. Manchmal habe  ich sogar größere Hemmungen eine Person über meinen ‚wissenschaftlichen‘ Text lesen zu lassen, als über ein unglaublich emotionales Gedicht von mir. Vielleicht bin ich an diesem Punkt angelangt, in denen ich diese Dichotomien von Sachlichkeit und Emotionalität in meiner inneren Welt beschädigt habe. Etwas, was schon seit längerem keinen Sinn für mich machte. Etwas, was ich als Dekolonisierung des Selbst empfand. Mit dieser Methodologie zu brechen. Ich weiß es nicht. Wenn dem jedenfalls so sein sollte, dann bedeutet jedes Stückchen Dekolonisierung ein Stückchen strukturelle Sicherheit aufzugeben und sich unglaublich verwundbar zu machen. Und vielleicht ist Freiheit, Liberation, genau das. Und vielleicht, haben Menschen deshalb eine so große Angst davor.

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