You don´t always need to get it & unuttuklarımız

Unuttuklarımız var bizim. Günü birlik meşgalerimizin kuytu köşelere sessizce terk edip gittiği.

Yarınlarda var olmak  için irdelerken kaçırdığımız bugünlerimiz. Olmak istemediklerimizi belirlerken olmak istediklerimizi gözden kaçırışlarımız. Yola çıkmak için aldığımız yollar, sadece bakmak için bakışlarımız, görmeyi unutmuş gözler.

 

An dieser Stelle hofft wohl der*die ein oder andere Leser*in auf eine Übersetzung ins Deutsche. Ich muss euch enttäuschen. Das werde ich ganz bewusst nicht machen. “You don´t always need to get it” lautet der erste Teil meiner Überschrift und Kern meiner Reflexion. Oft erlebe ich in vielen Diskussionen den Anspruch, dass Menschen Sachen nur anerkennen und respektieren wollen, wenn sie es verstehen. Wir wollen alles, wirklich alles an unseren eigenen Vorstellungen, Maßstäben und Perspektiven runterrationalisieren und verstehen.

Wir verlangen unser Gegenüber an unseren eigenen Biographien, Lebensumständen, Werten und Einstellungen entlang einordnen und aus uns heraus zu verstehen. Können wir etwas, was nicht aus uns selbst heraus ist, in unserer Vorstellungswelt gefangen halten? Mit einer fast schon zu belächelnden Ernsthaftigkeit und Überheblichkeit positionieren wir uns in das Zentrum aller Dinge. Während ich diese Gedanken niederschreibe denke ich an drei ganz unterschiedliche Menschen und ebenso drei ganz unterschiedliche Unterhaltungen und Kontexte. Und aus all diesen Unterhaltungen habe ich unglaublich viel für meine Gedanken mitgenommen.

All diese Gesprächsteile haben sich in meinem Kopf zu einem Ganzen zusammengesetzt. Ich habe Verbindungen hergestellt, Vergleiche angestellt und differenziert. Und ich bin mir sicher, dass ich aus diesen Unterhaltungen ganz andere Themen mitgenommen habe, als meine Gesprächspartner. Womöglich dachten wir bei ein und den selben Begriffen an ganz unterschiedliche Geschichten, hatten ganz andere Bilder und Erlebnisse im Kopf und verspürten ganz unterschiedliche Gefühle.

Was nicht heißen soll, dass es nicht wichtig ist bestrebt zu sein, sein Gegenüber zu verstehen. Sich für die Meinungen und Lebensrealitäten anderer Menschen zu interessieren. Wichtig ist nur sich einzugestehen, dass unser ´Verstehen´ keine Voraussetzung für irgend etwas sein kann.

 

Während einer “Burka-Debatte” an meiner Universität und einer anderen Unterhaltung mit Aktivist*innen darüber, ob wir in mehrsprachigen Räumlichkeiten immer alles in Deutsche übersetzen müssen drängten sich mir diese Gedanken vermehrt auf. Ich glaube, dass wir so eingenommen davon sind, wie Kommunikation ´abzulaufen hat´, dass wir sehr esentielle Möglichkeiten des Kommunizierens, Zuhörens, und Verstehens vergessen haben. Bevor ich meine Gedanken weiter ausführe, möchte ich allen, die sich an unsere Konversationen erinnert fühlen für ihre inspirierenden Worte und Denkanstöße danken.

 “Ich muss doch das Gesicht sehen!”

Ich werde jetzt nicht der “Burka Debatte” an meiner Uni zu viel Platz einräumen. Ich werde solchen Beobachter*innenpositionen nicht noch mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen. Meine Position hierzu hatte ich zu Beginn der Debatte und während des ganzen Fishbowls immer wieder artikuliert. Und zwar, dass der Diskurs eigentlich über die rassistische Forderung der CSU aufgezogen wurde, das aber anstelle der deutschen Politik und der weißen Mainstream-Diskurse um die Politisierung der Körper muslimischer Frauen, wieder die muslimische Frau zum Thema wurde. Wieder wurde sie objektiviziert und wieder sollte ihr Standpunkt erklärt und gerechtfertigt werden.

Auffällig war die jedoch die Forderung, dass >wir<, das Gesicht brauchen um zu kommunizieren (dass diese Aussage eine hidden agenda darstellt ist eine andere Story). Wer ist dieses >wir< ? Es schleicht sich das Gefühl auf, dass es um den Menschen schlechthin geht. Dieser eurozentrische Anspruch fällt in sich zusammen, wenn wir einfach mal an unzählige Gesellschaften denken, in denen es Menschen schaffen zu kommunizieren, ohne das Gesicht zu sehen. Beispielsweise an all die ´exotischen´ Leute, die stundenlang telefonieren können.

Was ist mit den kleinen Feinheiten wie Stimmlage, dem Rhtymus der Stimme, der eingelegten Pausen, der gestikulierenden Hände und der Körperhaltung geworden?  We´re missing the beauty and the deepness of conversations because we´re too caught up in stubborn framings….

 

Lasst die Sprachen unsere Musik werden

Ich kenne es von der Dichter*innen Szene, dass Menschen in unterschiedlichen Sprachen ihre Werke vortragen und es nicht darum geht, die Worte zu verstehen, sondern das Gefühl, die Leidenschaft, die Trauer, die “very own story” einzufangen. Sich anzustrengen, wirklich zuzuhören. Anders zuzuhören. Wo es nicht darum geht, dass mein Ego jetzt alles ´verstehen´ muss, sondern dass mein Gegenüber sich artikuliert. Dass mein Gegenüber etwas zu sagen hat und eine Plattform bekommt.

Wenn wir von der aller ersten islamischen Offenbarung an den Propheten Muhammad s.a.w sprechen, also von Iqra, die eine Aufforderung des ´Lesens´ an einen Analphabeten darstellt, kommt die Frage auf, was für eine Art des ´Lesens´ hier gemeint ist.  Lesen, studieren, verstehen, Dinge erkennen und zusammensetzen. Das alles ist viel mehr als aneinandergereihte Buchstaben. Sprache ist viel mehr als Schrift.

Sprache ist viel mehr als Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Tigrinya, Kiswahili oder Urdu. Und gerade in Räumen des Widerstandes und de-kolonialer Ansätze sollten wir unser Denken von bestimmten Rahmungen von Sprache, Kommunikation und Verstehen loslösen. Wir sollten unsere Sprach- und Gefühlswelten nicht einengen und das Übersetzen in eine Sprache nicht zur Voraussetzung des Zuhörens machen.

 

IQRA

is the qur´anic key of all that I am & can be.

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One thought on “You don´t always need to get it & unuttuklarımız

  1. If you don’t understand the poem, try to feel it! Ein hoch auf alle Perspektiven und Facetten unserer Identitäten!

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